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Lavendel - Heilpflanze des Jahres 2008
Der wohlduftende Lavendel erinnert meist an Urlaub in Südfrankreich, wo er auf großen Feldern gedeiht. In unseren Breiten wird er gerne in den Gärten angepflanzt, weil er nicht nur gut duftet, sondern auch hübsch aussieht und ganz nebenbei ein hervorragendes Mittel gegen Schädlinge wie Blattläuse darstellt. Nicht umsonst ist er eine hervorragende Begelitpflanze für Rosen aller Art.
Insgesamt wurden in Lavendel über 150 Bestandteile gefunden. Hauptbestandteile sind vorallem ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide, Sterole, Cumarine, Glykosid, Saponin und Harze.
Medizinisch verwendet werden die kurz vor dem Aufblühen geernteten, gesamten Blüten. Vorallem aber das daraus gewonnene ätherische Öl. Lavendel hat eine antiseptisch, beruhigende und krampflösende Heilwirkung und wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich bei Asthma, Herzbeschwerden, Husten, Kreislaufschwäche, Migräne, Nervenschwäche und oberflächlich entzündeten Wunden eingesetzt.
Echte Lavendelblüten enthalten ein ätherisches Öl mit einem hohen Anteil an Linalool und Linalylacetat, ferner eines geringen Anteil an 1,8-Cineol und Campher. Ferner enthalten die Blüten Labiatengerbstoffe und Phenolcarbonsäuren.
Innerlich eingenommen werden Zubereitungen aus echten Lavendelblüten oder Lavendelöl bei nervös bedingten Unruhezuständen und Schlafstörungen empfohlen. Lavendel findet weiter Anwendung zur Behandlung funktioneller Oberbauchbeschwerden und nervösem Reizmagen.
Eine große Rolle spielt das echte Lavendelöl in der Aromatherapie aber vor allem in der Kosmetik- und Parfümindustrie eingesetzt.
Als Zusatz zum Wasch- und Badewasser ist der Lavendel von altersher in Gebrauch. Äußerlich als Bad angewandt eigenen sich Lavendelblüten zur Therapie nervös bedingter Kreislaufbeschwerden. Einreibemittel mit Lavendelblüten sollen bei rheumatischen Erkrankungen schmerzstillend wirken.
Der Duft von Lavendel beruhigt und reinigt und wirkt auf vielfältige Weise heilsam auf den Menschen. Besonders bewährt ist er bei unruhigen Babys und deren Problemen. Hier kann ein Lavendelkissen Wunder wirken.
In den heutigen Zeiten der Reizüberflutung mit häufigen Folgen wie Stress, Ängsten oder Depressionen ist es für das persönliche Wohlbefinden wichtig, den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung sowie Arbeit und Erholung in Einklang zu bringen. In diesem Sinne kann Lavendel mit seiner entspannenden Wirkung in Form von ätherischem Öl, Badezusatz, als Tinktur oder Tee, im Kräuterkissen aber auch als aromatisches Würzkraut zum belebenden Genuss werden.
Echter Lavendel
(Lavandula angustifolia)
Familie:
Lippenblütler - Lamiaceae oder Labiatae
Merkmale:
Bis zu 1m hoher Halbstrauch mit lineal-lanzettlichen, silbriggrauen Blättern und kleinen lavendelblauen Blüten in ährenförmigen Blütenständen. Kommerziel zur Gewinnung der ätherischen Öle angebaut.
Vorkommen:
Westliches Mittelmeergebiet. Der kommerzielle Anbau zur Ölproduktion hat sich in andere Gebiete wie Osteuropa ausgebreitet.
Wirkung:
Beruhigend, krampflösend und antimikrobiell.
Anwendung:
- Lavendelblüten:
traditionell als Beruhigungsmittel bei Verdauungsstörungen und leichten nervösen Beschwerden wie Unruhe, Schlaflosigkeit und nervösen Magendarmbeschwerden genutzt.
- Ätherisches Öl:
oberflächlich als mildes Antiseptikum und Stimulans bei Wunden, Sonnenbrand und Muskelschmerzen. In der Aromatherapie gerne bei Kopfschmerzen, Migräne, Spannungsgefühlen und emotionaler Aufregung eingesetzt.
Das Öl wird in großem Maßstab in der Kosmetikindustrie zu Seifen, Shampoos, Lotionen, Badeölen und Parfums verarbeitet.
Indikation:
Unruhezustände, Einschlafstörungen, funktionelle Oberbauchbeschwerden
Wichtiger Hinweis:
Vor der Verwendung von Präparaten jeglicher Art konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!











